Montag, 31. März 2014

Jäger und Sammler

Ich habe gerade mit M. telefoniert. Er ist einer der Betreuer in der Einrichtung, in welcher unsere Jugendlichen lernen und arbeiten. Er war schon bei unserem ersten Besuch sehr freundlich und gerade am Telefon bestätigte sich dieser Eindruck erneut. Ich wollte das Gespräch glaube ich zuerst ein wenig aufschieben - vielleicht aus Angst vor unvorherrgesehenen Turbolenzen. Am Ende bin ich jetzt sehr froh, dass ich den kleinen Schweinehund überwunden habe. Seine erste Rückmeldung auf meine Frage, wie es den Jugendlichen mit den Kameras so ginge, war sehr positiv. Es gab Rückfragen und viele tolle Ideen und so bin ich nun noch mehr auf die Bilder gespannt. Die ersten Kameras wurden schon bei M. abgegeben und ich werde morgen zu ihm fahren um die Kameras abzuholen. 
Ich klärte ebenfalls ab wann die Jugendlichen Osterferien hätten, damit wir diese in unserer Projektplanung berücksichtigen können. 
Nach dem Gespräch mit M. rief ich noch einmal bei unserem Fotolabor an. Ich hatte schon einmal erste Kontaktversuche unternommen, allerdings noch keine Antwort bekommen. Umso schöner war es, als die Mitarbeiterin mir nicht nur wirklich kompetent und freundlich Auskunft gab, sondern auch nachfragte ob meine Mail an die Geschäftsleitung angekommen sei. Sie war leider verlorengegangen aber ich durfte sie erneut schicken und bekam innerhalb weniger Minuten Antwort. Und ich hätte mir keine schönere wünschen können. Das Fotolabor ist so freundlich und unterstützt unser Projekt voll und ganz. Die Entwicklungskosten werden von ihnen übernommen und das macht mich gerade so euphorisch, dass ich kaum ruhig tippen kann. Es ist wirklich schön wie positiv die Idee angenommen wird und wie viel weitergeht.

Bin schon sehr auf Morgen gespannt :)

Dienstag, 25. März 2014

Zwischengespräche

Die Kameras sind verteilt und jetzt heißt es erst einmal warten. In der Zwischenzeit hatten wir eine E-Mail an ein Fotolabor geschrieben, bei welchem wir die Filme entwickeln lassen wollten. 
Bis jetzt haben wir noch keine Antwort bekommen aber in der Mail ging es nur um einen kleinen Rabatt bezüglich der Kameraanzahl und der Mittel für das Projekt. Aber selbst wenn wir hier kein Entgegenkommen bekommen, halten sich die Kosten in Grenzen und das Projekt ist so oder so realisierbar und nicht von einem Sponsor abhängig, was uns auch sehr wichtig ist.

Da wir beide gerade viel arbeiten, sind Momente in denen wir Zeit und Ruhe haben eher selten. Wir versuchen doch uns so oft es geht auch bezüglich des Projektes zusammen zu setzen. 
Die Frage bei unserem gestrigen Gespräch war wie es nach der Rückgabe der Kameras weitergehen soll. Wir wollten zuerst die Kameras entwickeln lassen und erst danach den Termin für die Portraitfotos der Jugendlichen ausmachen. Da wir noch kurze Gespräche mit Ihnen führen wollten, wird das Ganze doch einige Zeit in Anspruch nehmen. So wird es einen "Kreativtermin" geben bei dem die Fotos gemacht, die Interviews geführt und die Bilder an die Kamera gegeben werden. Uns stellte sich die Frage, auf welche Art und Weise wir diese Bilder von den Kindern kreativ und präsentierbar bearbeiten lassen könnten. Es ist schwer darüber jetzt schon Aussagen zu treffen. Wir wollen dies lieber dann entscheiden, wenn wir die Bilder selbst in der Hand haben. Wir wollen schließlich nicht, dass sich ein Jugendlicher benachteiligt fühlt weil er oder sie nur 3 Fotos hat und der Rest vielleicht schwarz ist. Nachdem ich Mittwoch ein Telefonat mit A. zu einem anderen Thema haben werde, werde ich sie allerdings auch kurz fragen, ob sie etwas über den Projektverlauf weiß. 

Donnerstag, 20. März 2014

Kameraausgabe

Stefan und ich hatten heute einen Termin in der Einrichtung um mit A. die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Sie ist dort als Psychotherapeutin tätig und unser Gespräch verlief so gut, dass wir gleich beschlossen Nägel mit Köpfen zu machen. Wir hatten die Kameras zur Sicherheit bereits ins Auto gepackt, um mit A. besprechen zu können, ob sie gut für das Projekt geeignet wären. Also leicht bedienbar für die Jugendlichen. 

A. hatte eine Liste aller Jugendlichen der Einrichtung und besprach mit uns welche Klase am besten geeignet wäre. Nachdem diese zu diesem Zeitpunkt gerade Unterricht hatte, lag es auf der Hand gleich den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und mit den Jugendlichen zu sprechen. Laut A. waren die meisten bereits volljährig aber wir entschieden uns dafür ein Schreiben für die Eltern oder auch sie selbst zu formulieren, um den Rahmen des Projektes und auch die Verwendung der Daten abzustecken. Für uns ist klar, dass nichts ohne das Einverständnis der Jugendlichen oder ihrer Eltern geschieht und das keine persönlichen Daten weitergegeben werden. 
So verfasssten wir eben die Zeilen an die Eltern und präparierten die Kameras. Wir versahen sie mit einer Nummer, die wir später einem Jugendlichen zuordnen wollten. Ich untersuchte die Kameras zudem auf kleine Details, die auch mit verminderter Sehkraft markant snd. Wir mussten den Jugendlichen die Geräte ja genau erklären. Neben dem Auslöser rechts oben gab es noch einen Knopf zum Aufladen des Blitzes. Dieser war links unten neben der Linse und dieser muss eine gewisse Zeit gedrückt werden, damit der Blitz auflädt. Wenn er bereit ist leuchtet oben ein kleines rotes Licht. Zudem ertönt ein hoher Ton und ich versuchte die Jugendlichen, die das Lämpchen nicht sehen konnten auf dieses Geräusch zu sensibilisieren. 

Nachdem alles vorbereitet war gingen wir zu dritt nach oben in das Klassenzimmer, in welchem die Jugnedlichen am Arbeiten waren. Wir waren schon vorher einmal kurz oben gewesen, um mit den Betreuern der Gruppe zu reden und herauszufinden ob wir sie auf unserer Seite hätten. Wir wollten uns nicht aufdrängen aber die Rückmeldung war auch hier sehr herzlich. Als wir dann ins Klassenzimmer eintraten, wurden wir von A. und den Betreuern vorgestellt. Danach erzählten wir worum es geht und fragten wer Lust hätte mitzumachen. Wir hatten vorher Bedenken bezüglich der Anzahl an Kameras, die wir dabei hatten und überlegten schon, wo wir im Fall der Fälle, schnell neue Kameras besorgen könnten. Am Ende ging es sich aber gut aus. Wir hatten 11 Kameras dabei und es meldeten sich 9 Jugendliche. Was nun folgte ist schnell umrissen, war für mich aber so schön, dass ich das gar nicht hier so in Worte fassen kann. Wir erklärten ihnen die Kameras und dass sie freie Hand hatten mit der Motivwahl und das wir einfach wollen, dass sie auch viel Spaß beim Fotografieren haben. Für mich waren dies wirklich schöne und auch berührende Gespräche. Zu sehen wie die Jugendlichen gleich herumwuselten und begannen die ersten Bilder zu schießen, war einfach schön und machte das Projekt zum ersten Mal real. Es war nicht nur mehr eine Idee, sondern es wurde langsam greifbar. Gerade im Team war dies sehr schön, da wir uns gut ergänzten und es schien, dass die Jugendlichen keine Scheu vor uns hatten. Es war glaube ich auch gut, dass sowohl ein Mann und eine Frau als Ansprechpartner zur Verfügung standen.

Ein paar Jugendliche waren unsicher und wir wollten sie jedoch zu nichts drängen. Wir ließen aber die übrigen 2 Kameras bei den Betreuern, falls es sich noch jemand überlegen wollte. Wir hatten den Zeitrahmen für die Jugendlichen mit etwa 2 Wochen abgesteckt und sie gebeten, die Kameras dann an M. oder T - ihre Betreuer - abzugeben. Ich fand es schön, dass diese beiden bereit waren uns so zu unterstützen und wir ließen ihnen einen Karton für das Sammeln der Kameras, sowie einige Exemplare des Schreibens an die Eltern und auch unsere Kontaktdaten da.
Abschließend hatten wir noch ein kurzes Gespräch mit A. bevor wir fuhren und erklärten auch ihr unsere weitere Vorgehensweise. Ich werde sie nächste Woche einmal anrufen und gegen Anfang April rüberfahren um die Kameras wieder abzuholen. Für die Portraitfotos der Kinder würde ich dann gerne einen neuen Termin ausmachen. Als wir fuhren, blieb bei uns beiden ein echt schönes Gefühl zurück und wir setzten uns noch einige Minuten in den nahegelegenen Park, um die Ereignisse Revue passieren zu lassen. Der erste große Schritt war getan und das sogar früher als erwartet :)