Sonntag, 1. Juni 2014

Shooting mit den Kids - Präsentation und Dankeschön-Korb

Es ist schon ein bisschen her seit dem letzten Update hier und dabei ist so einiges passiert. Aber es war einfach schon zu viel los um das alles hier auch noch parallel zu schreiben. Also jetzt eine kurze Zusammenfassung :)

Shooting und Fotoübergabe: Stefan musste leider arbeiten und so bin ich alleine ins Institut gefahren. Der Fototermin war geplant und so wussten die Betreuer schon wann ich auftauchen würde und halfen mir sehr bei der Umsetzung. Es ist gar nicht so leicht so viele Leute gleichzeitig zu koordinieren, beschäftigen bzw auch bespaßen. Es hat aber alles gut geklappt und ich hab jeden Jugendlichen fotografiert. Einmal ein normales Portrait und dann noch einmal in der Pose, in welcher sie immer so fotografiert haben. Dafür hatte ich eine ähnliche Einwegkamera bei Müller gekauft. Vorher hatte ich jedem Kind seine Fotos gegeben und sie gebeten sich davon ihre 3 liebsten auszusuchen und mir die dann zu nennen. Ich musste es mehrmals erklären und sie hatten teilweise Angst, dass ich ihnen die Bilder wieder wegnehmen würde. Ich beruhigte sie, dass ich nur die Fotonummer brauch und ich das Foto ja schon digital daheim habe und dass ich ihnen nichts wegnehme. Teilweise besprachen wir die Fotoauswahl gleich beim Portrait machen bei anderen erst später als wir wieder oben in der Klasse waren. Einige brauchten etwas Hilfestellung, ich versuchte mich möglichst wenig einzubringen aber dennoch gleichzeitig behilflich zu sein. Ich wollte einfach nicht zu sehr beeinflussen. Für die Kinder war es teilweise wie Weihnachten und sie waren ziemlich überdreht. Wir haben auch ein Klassenfoto gemacht - auch mit dem Rest der Klasse. Als Trixi mich gefragt hat ob das okay wäre hab ich nur gefragt warum denn nicht? Nur weil eines der Kinder nicht fotografieren wollte gehört es ja dennoch zu Klasse dazu. Das Klassenfoto und auch die Portraits sind schön geworden wenn vielleicht auch nicht im klassichen Sinn, da der Blick in die Kamera oft fehlt. Aber sie spiegeln die Menschen wieder abseits von Photoretusche. 
Ich wollte auch noch kurze Interviews machen aber das war dann im Chaos schlecht möglich also versuchte ich über kleine Gespräche bei der Fotobespruchung etwas mehr über die Jugendlichen zu erfahren. 
Der Termin war sehr sehr knapp angesetzt. Am Dienstag der Fototermin damit ich am Donnerstag meine Probepräsentation in Graz halten kann und am Samstag Bildmaterial für meinen Vortrag am Ethnosymposium haben würde. Vielleicht hat man den Stress irgendwo gemerkt aber es hat trotzdem sehr viel Vergnügen bereitet auch das Mittagessen am Dienstag mit Trixi und einem der Zivis, bei dem ich noch mehr über die Klasse erfahren habe. Vor dem Essen hatte ich mit einem der Kinder noch einen Geschenkkorb als Dankeschön für das Fotolabor ausgesucht. D. beriet mich sehr professionell und nicht ohne zu betonen, dass ihre Körbe zu den schönsten gehören würden und so fiel meine Wahl dann auf einen von Ihren. Für mich waren viele Körbe schön aber sie hat das glaube ich nochmal besonders gefreut. 

Am Samstag hatte ich dann meinen Vortrag beim Ethnosymposium in Wien. Ich hätte vielleicht mehr Theorie einfließen lassen sollen, um Thesen zu untermauern aber es hat denke ich auch so gut gepasst. Ich war hypernervös und hab zu oft "ähm" und "eigentlich" gesagt. Stefan hat den Vortrag gefilmt. Ich habe schon überlegt ihn vielleicht auf Youtube zu stellen. Ich muss mir noch mal das Rohmaterial anschaun, ob das fürs Internet herzeigbar ist. Das Feedback danach war auch sehr hilfreich. Jetzt bin ich wirklich am Überlegen ob ich dieses Projekt als Grundstein für eine kleine Forschung nehmen kann. Mal sehen :)
Heute habe ich es endlich geschafft den Geschenkkorb fertig zu machen. Habe eine Flasche Sekt sowie Schokolade reingelegt und dazu das Klassenfoto mit Dankeschönschreiben auf der Rückseite. Ich bin leider was Verpacken angeht kein großer Spezialist und so schaut er vielleicht nicht so bombastisch aus, wie Geschenkkörbe ausm Handel aber er tut seinen Zweck und vorallem geht es ja um den selbstgemachten Korb und nicht um die Transparentfolie drumherum. Nächste Woche geh ich die Abzüge der Portraitfotos abholen und nehm in dann mit ins Fotolabor. Hatte erst überlegt ob ich diese dann ins Institut schicken soll oder ob ich selbst nochmal rüberfahre. Ich glaub hinfahren wäre gut, wenn ich noch mehr Feedback haben mag oder eben das Projekt noch weiter verfolgen mag. Vielleicht schaff ich es in der Zwischenzeit mit einem der Uni-Profs mit Schwerpunkt visuelle Anthropologie zu reden um abzklären, ob ich die Interviews etc noch nachholen mag.

Dienstag, 15. April 2014

The final countdown


Die Kameras waren seit Freitag im Fotolabor. Ein großer Schritt weil nun das Ergebnis noch greifbarer wurde und gleichzeitig man die Verantwortung etwas aus der Hand gab. Die Anspannung stieg wie nun die Resultate wirklich sein würden und ob wohl alles gut gegangen wäre. Was wenn die Fotos nicht mehr den Kameras zugeordnet werden konnten? Gar bei einer Kamera kein einziges Bild drauf wäre? Wie hätten wir das den Jugendlichen erklärt und wäre überhaupt noch Zeit für einen Neustart?

Doch wie so oft macht man sich umsonst hunderttausend Gedanken und ist schon bei Alternativplan Z und am Ende waren alle diese Bedenken unnötig. Das Fotolabor hatte mir gesagt, dass ich die Abzüge heute gegen 17 Uhr abholen könnte. Nachdem Ungeduld und Neugier dann doch überhand nahmen und ich nicht noch 2 Stunden daheim warten wollte rief ich an und die Bilder waren schon früher fertig. Ich fuhr also durch den grauen Wiener Nebelregentag und holte die Bilder. Sie hatten mir ein großes Paket inkl Fotos, DatenCD und Negativen bereitgelegt, welche gleich in den Rucksack wanderten. Ich wollte sie nicht alleine anschaun, sondern das gemeinsam mit Stefan machen. So fischte ich die einzelnen Pakerl daheim nur kurz raus um sie zu beschriften und mit Namen zu versehen und wartete dann auf ihn.
Gemeinsam nahmen wir dann die Bilder unter die Lupe und es war weder ein Film ganz kaputt gewesen noch hatte es gröbere Schnitzer gegeben. Jeder der Jugendlichen hatte wirklich schöne und ganz individuelle Momente eingefangen. Manche Aufnahmen waren wirklich schön und ich möchte für die Projektpräsentation gerne einige der Bilder verwenden. 
Technisch stellten wir fest, dass die Sache mit dem "Blitz" nicht ganz so einwandfrei funktioniert hatte wie gedacht und das einige Bilder deswegen einen "Grauschleier" haben oder unterbelichtet sind. Das hat jedoch auch einen eigenen Charme, da man bewusst hinschauen muss um zu erkennen was sich hinter den Schatten befinden könnte. 
Das Fotolabor hat wirklich so tolle Arbeit geleistet und so kommt die Arbeit der Jugendlichen total schön zur Geltung. Ich freu mich schon richtig auf die Übergabe der Fotos beziehungsweise den Fototermin mit den Jugendlichen und auf kurze Gespräche über die Bilder. Jetzt können wir auch am Konzept für diesen Termin weiterfeilen, nachdem wir jetzt abschätzen können mit welchem Ausgangsmaterial wir starten. Eine Kamera fehlt ja noch aber das sollte kein Problem sein und ich würde dann gerne bei den Jugendlichen den Dankeschönkorb für das Fotolabor in Auftrag geben. Stefans Idee war den Namen in Blindenschrift zu schreiben und ich mag die Idee wirklich gerne. Also heißts jetzt die Osterferien abwarten und währenddessen erste Pläne für Mai schmieden um das Projekt dann schön zu Ende zu bringen.

Donnerstag, 3. April 2014

Runde 2

Nachdem bei 2 Kameras die Filme noch nicht voll waren und bei einer ein gröberer Defekt vorliegen könnte bin ich heute noch einmal ins Blindeninstut gefahren, um diese Kameras noch einmal an die Kinder zurück zu geben und die noch fehlenden Exemplare abzusammeln. Die Kinder, die betroffen sind, waren heute auch alle anwesend und so konnte ich mit jedem kurz persönlich reden um ihnen zu erklären, dass sie noch  bis Dienstag Zeit bekommen würden um die restlichen Fotos zu schießen. R. erklärte ich das wir auf jedenfall auch die erste Kamera von ihr entwicklen lassen um zu sehen ob dort nicht doch auch Fotos drauf sind. Sie bekommt aber eben auf jedenfall die neue damit sie am Ende nicht ohne Fotos dasteht. 
Die beiden fehlenden Kameras habe ich auch noch nicht zurück genommen, da auch hier die Filme noch nicht voll waren. K. war allerdings sehr froh über die Extra Tage, weil er so noch ein Foto mit einem Freund machen kann. C. habe ich leider nicht persönlich getroffen. Bei seiner Kamera war leider gar kein Foto verschossen worden. Ich machte ein Testbild um die Funktion der Kamera zu überprüfen und war dann jedoch ratlos, ob ich ihn noch einmal suchen gehen sollte. Als ich am Weg zum Bus war traf ich seinen Bruder und fragte ihn ob er C. die Kamera geben könnte, damit er gerne noch ein paar Fotos damit machen kann. So fehlen jetzt noch 5 Kameras aber ich habe M. meine Nummer gegeben und ihn gebeten mich einfach anzurufen, wenn alle Kameras wieder bei ihm angekommen sind - was hoffentlich nächsten Dienstag der Fall sein wird :)

Mittwoch, 2. April 2014

Collect and Check

Heute war ich in der Klasse und habe bei M. den Karton mit den Kameras abgeholt. Laut unserem vorhergehenden Telefonat, sollten fast alle da sein. Ich fuhr danach nach Hause und kontrollierte die Kameras. Bei 2 war der Film noch nicht voll und bei einer Kamera musste ich leider feststellen, dass diese wahrscheinlich defekt ist. Dazu kamen 2 noch fehlende Kameras. Ich rief also noch einmal bei M. an und nannte ihm die Namen der Jugendlichen, welche die Kamera noch nicht abgegeben hatten und erklärte ihm weiter die Problematik mit den anderen 3 Kameras.
Die Idee war die Kameras noch einmal retour zu geben, damit die Filme voll gemacht werden können und dass wir R. eine neue Kamera geben würden. Bei ihrer Kamera waren nur 4 Bilder drauf und ich habe eben den Verdacht, dass sie defekt ist. Es wäre sehr schade, wenn sie am Ende ohne Fotos darstehen würde also bekommt auch sie noch einmal die Gelegenheit. Ich denke bis nächsten Dienstag sollten dann alle Kameras so weit sein, sodass wir sie nächste Woche alle endlich beisammen haben und sie zum Entwickeln bringen können.

Montag, 31. März 2014

Jäger und Sammler

Ich habe gerade mit M. telefoniert. Er ist einer der Betreuer in der Einrichtung, in welcher unsere Jugendlichen lernen und arbeiten. Er war schon bei unserem ersten Besuch sehr freundlich und gerade am Telefon bestätigte sich dieser Eindruck erneut. Ich wollte das Gespräch glaube ich zuerst ein wenig aufschieben - vielleicht aus Angst vor unvorherrgesehenen Turbolenzen. Am Ende bin ich jetzt sehr froh, dass ich den kleinen Schweinehund überwunden habe. Seine erste Rückmeldung auf meine Frage, wie es den Jugendlichen mit den Kameras so ginge, war sehr positiv. Es gab Rückfragen und viele tolle Ideen und so bin ich nun noch mehr auf die Bilder gespannt. Die ersten Kameras wurden schon bei M. abgegeben und ich werde morgen zu ihm fahren um die Kameras abzuholen. 
Ich klärte ebenfalls ab wann die Jugendlichen Osterferien hätten, damit wir diese in unserer Projektplanung berücksichtigen können. 
Nach dem Gespräch mit M. rief ich noch einmal bei unserem Fotolabor an. Ich hatte schon einmal erste Kontaktversuche unternommen, allerdings noch keine Antwort bekommen. Umso schöner war es, als die Mitarbeiterin mir nicht nur wirklich kompetent und freundlich Auskunft gab, sondern auch nachfragte ob meine Mail an die Geschäftsleitung angekommen sei. Sie war leider verlorengegangen aber ich durfte sie erneut schicken und bekam innerhalb weniger Minuten Antwort. Und ich hätte mir keine schönere wünschen können. Das Fotolabor ist so freundlich und unterstützt unser Projekt voll und ganz. Die Entwicklungskosten werden von ihnen übernommen und das macht mich gerade so euphorisch, dass ich kaum ruhig tippen kann. Es ist wirklich schön wie positiv die Idee angenommen wird und wie viel weitergeht.

Bin schon sehr auf Morgen gespannt :)

Dienstag, 25. März 2014

Zwischengespräche

Die Kameras sind verteilt und jetzt heißt es erst einmal warten. In der Zwischenzeit hatten wir eine E-Mail an ein Fotolabor geschrieben, bei welchem wir die Filme entwickeln lassen wollten. 
Bis jetzt haben wir noch keine Antwort bekommen aber in der Mail ging es nur um einen kleinen Rabatt bezüglich der Kameraanzahl und der Mittel für das Projekt. Aber selbst wenn wir hier kein Entgegenkommen bekommen, halten sich die Kosten in Grenzen und das Projekt ist so oder so realisierbar und nicht von einem Sponsor abhängig, was uns auch sehr wichtig ist.

Da wir beide gerade viel arbeiten, sind Momente in denen wir Zeit und Ruhe haben eher selten. Wir versuchen doch uns so oft es geht auch bezüglich des Projektes zusammen zu setzen. 
Die Frage bei unserem gestrigen Gespräch war wie es nach der Rückgabe der Kameras weitergehen soll. Wir wollten zuerst die Kameras entwickeln lassen und erst danach den Termin für die Portraitfotos der Jugendlichen ausmachen. Da wir noch kurze Gespräche mit Ihnen führen wollten, wird das Ganze doch einige Zeit in Anspruch nehmen. So wird es einen "Kreativtermin" geben bei dem die Fotos gemacht, die Interviews geführt und die Bilder an die Kamera gegeben werden. Uns stellte sich die Frage, auf welche Art und Weise wir diese Bilder von den Kindern kreativ und präsentierbar bearbeiten lassen könnten. Es ist schwer darüber jetzt schon Aussagen zu treffen. Wir wollen dies lieber dann entscheiden, wenn wir die Bilder selbst in der Hand haben. Wir wollen schließlich nicht, dass sich ein Jugendlicher benachteiligt fühlt weil er oder sie nur 3 Fotos hat und der Rest vielleicht schwarz ist. Nachdem ich Mittwoch ein Telefonat mit A. zu einem anderen Thema haben werde, werde ich sie allerdings auch kurz fragen, ob sie etwas über den Projektverlauf weiß. 

Donnerstag, 20. März 2014

Kameraausgabe

Stefan und ich hatten heute einen Termin in der Einrichtung um mit A. die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Sie ist dort als Psychotherapeutin tätig und unser Gespräch verlief so gut, dass wir gleich beschlossen Nägel mit Köpfen zu machen. Wir hatten die Kameras zur Sicherheit bereits ins Auto gepackt, um mit A. besprechen zu können, ob sie gut für das Projekt geeignet wären. Also leicht bedienbar für die Jugendlichen. 

A. hatte eine Liste aller Jugendlichen der Einrichtung und besprach mit uns welche Klase am besten geeignet wäre. Nachdem diese zu diesem Zeitpunkt gerade Unterricht hatte, lag es auf der Hand gleich den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und mit den Jugendlichen zu sprechen. Laut A. waren die meisten bereits volljährig aber wir entschieden uns dafür ein Schreiben für die Eltern oder auch sie selbst zu formulieren, um den Rahmen des Projektes und auch die Verwendung der Daten abzustecken. Für uns ist klar, dass nichts ohne das Einverständnis der Jugendlichen oder ihrer Eltern geschieht und das keine persönlichen Daten weitergegeben werden. 
So verfasssten wir eben die Zeilen an die Eltern und präparierten die Kameras. Wir versahen sie mit einer Nummer, die wir später einem Jugendlichen zuordnen wollten. Ich untersuchte die Kameras zudem auf kleine Details, die auch mit verminderter Sehkraft markant snd. Wir mussten den Jugendlichen die Geräte ja genau erklären. Neben dem Auslöser rechts oben gab es noch einen Knopf zum Aufladen des Blitzes. Dieser war links unten neben der Linse und dieser muss eine gewisse Zeit gedrückt werden, damit der Blitz auflädt. Wenn er bereit ist leuchtet oben ein kleines rotes Licht. Zudem ertönt ein hoher Ton und ich versuchte die Jugendlichen, die das Lämpchen nicht sehen konnten auf dieses Geräusch zu sensibilisieren. 

Nachdem alles vorbereitet war gingen wir zu dritt nach oben in das Klassenzimmer, in welchem die Jugnedlichen am Arbeiten waren. Wir waren schon vorher einmal kurz oben gewesen, um mit den Betreuern der Gruppe zu reden und herauszufinden ob wir sie auf unserer Seite hätten. Wir wollten uns nicht aufdrängen aber die Rückmeldung war auch hier sehr herzlich. Als wir dann ins Klassenzimmer eintraten, wurden wir von A. und den Betreuern vorgestellt. Danach erzählten wir worum es geht und fragten wer Lust hätte mitzumachen. Wir hatten vorher Bedenken bezüglich der Anzahl an Kameras, die wir dabei hatten und überlegten schon, wo wir im Fall der Fälle, schnell neue Kameras besorgen könnten. Am Ende ging es sich aber gut aus. Wir hatten 11 Kameras dabei und es meldeten sich 9 Jugendliche. Was nun folgte ist schnell umrissen, war für mich aber so schön, dass ich das gar nicht hier so in Worte fassen kann. Wir erklärten ihnen die Kameras und dass sie freie Hand hatten mit der Motivwahl und das wir einfach wollen, dass sie auch viel Spaß beim Fotografieren haben. Für mich waren dies wirklich schöne und auch berührende Gespräche. Zu sehen wie die Jugendlichen gleich herumwuselten und begannen die ersten Bilder zu schießen, war einfach schön und machte das Projekt zum ersten Mal real. Es war nicht nur mehr eine Idee, sondern es wurde langsam greifbar. Gerade im Team war dies sehr schön, da wir uns gut ergänzten und es schien, dass die Jugendlichen keine Scheu vor uns hatten. Es war glaube ich auch gut, dass sowohl ein Mann und eine Frau als Ansprechpartner zur Verfügung standen.

Ein paar Jugendliche waren unsicher und wir wollten sie jedoch zu nichts drängen. Wir ließen aber die übrigen 2 Kameras bei den Betreuern, falls es sich noch jemand überlegen wollte. Wir hatten den Zeitrahmen für die Jugendlichen mit etwa 2 Wochen abgesteckt und sie gebeten, die Kameras dann an M. oder T - ihre Betreuer - abzugeben. Ich fand es schön, dass diese beiden bereit waren uns so zu unterstützen und wir ließen ihnen einen Karton für das Sammeln der Kameras, sowie einige Exemplare des Schreibens an die Eltern und auch unsere Kontaktdaten da.
Abschließend hatten wir noch ein kurzes Gespräch mit A. bevor wir fuhren und erklärten auch ihr unsere weitere Vorgehensweise. Ich werde sie nächste Woche einmal anrufen und gegen Anfang April rüberfahren um die Kameras wieder abzuholen. Für die Portraitfotos der Kinder würde ich dann gerne einen neuen Termin ausmachen. Als wir fuhren, blieb bei uns beiden ein echt schönes Gefühl zurück und wir setzten uns noch einige Minuten in den nahegelegenen Park, um die Ereignisse Revue passieren zu lassen. Der erste große Schritt war getan und das sogar früher als erwartet :)


Donnerstag, 30. Januar 2014

First Encounter


Der Moment der konkreten Kontaktaufnahme ist immer mit viel Nervosität verbunden. Man präsentiert sein Projekt nach außen und hofft natürlich, dass es auf positive Resonanz stößt. 
Für mich ist es immer schwer, wenn ich Dinge nicht selbst erledige und dann einer anderen Person sehr stark vertrauen muss, dass meine Idee so rübergebracht wird, wie ich sie mir eben denke. Und ich denke oft sehr kompliziert. Als also mein Mann erzählte, dass er gerade mit A. telefoniert hatte, war ich dezent nervös. Sie ist unsere Kontaktperson im Blindeninstitut. Ich war mir hier nicht unsicher wie er unser Projekt "verkauft", sondern einfach ob es nicht doch gleich abgetan wird. Vielleicht hatten wir uns beide ja in eine Idee reingesteigert, die so nicht realisierbar ist. 
Ihre Reaktion war für mich nicht klar als positiv oder negativ deutbar, was mich dann kurz noch nervöser machte. Ich kenn sie als Person ja nicht und kann sie so noch schlechter einschätzen. Ich wurde jedoch dann bald beruhigt. Sie fände die Idee gut, sei aber einfach jemand, der lieber zu Beginn mal auf die Bremse steigt und so aber am Ende das Ganze mehr in Bahnen lenkt, die umsetzbar sind. So werden auch keine falschen Hoffnungen geschürt. 
Wir werden also im Februar nach den Semesterferien einen Termin mit ihr und der Direktorin zusammen ausmachen. Dafür sollte ich jetzt ein konkretes Konzept schreiben, dass auch präsentierbar ist und hoffentlich dafür sorgt, dass wir das Okay, von der Leitung bekommen und so zumindest die Anfrage an die Kinder/Jugendlichen beziehungsweise ihre Eltern stellen.

Projektidee


Ich wollte schon lange ein Projekt machen bei dem ich nicht nur Menschen portraitiere, sondern diese aktiv an dem Prozess teilnehmen. Ich mag kein simples Abbild erstellen, sondern den Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst und ihre Welt und wie sie diese wahrnehmen zu zeigen. 
Dies sollte durch Einwegkameras möglich gemacht werden, die den Menschen zur Verfügung gestellt werden und die sie nachdem der Film voll ist einfach wieder retour geben. Durch das Seminar "Medien und Interkulturalität" bin ich wieder auf diese Idee gestoßen und wollte diese nun auch endlich umsetzen vorallem weil ich den Aspekt der Interkulturalität hier auch besonders schön herausgearbeitet werden kann. Das Thema ist natürlich unendlich weit und so hab ich versucht es einzugrenzen. Zunächst war da der Gedanke, das Ganze auf den Aspekt des "Multicultural Dining" zu fokussieren, da Essen so ein schönes verbindendes Element mit sehr positivem Charakter ist. 
Die Frage, die mich nachdem ich das Feld weiter eingegrenzt hatte, wie ich die TeilnehmerInnen dafür auswählen würde. Wo am besten suchen? Wen fragen? Durch diese Selektion nicht vielleicht schon im Vorhinein das Ergebnis beeinflussen? Fragen über Fragen, die nicht weniger werden, wenn man sie für sich behält und so muss bei meinem Kopfchaos mein Mann immer als Reinigungs- und Ordnungskraft herhalten. Dabei ist er hochprofessionell und schubst nicht nur meine Gedanken in die richtigen Schubladen, sondern macht auch neue Denkregale auf, die man bisher in der Ecke verstauben ließ. 
So ist die konkrete Projektidee in Zusammenarbeit mit ihm entstanden. Er hat eine zeitlang in einem Blindeninstitut in Wien gearbeitet und während eines der vielen Telefonate, brachte er die Idee ein, dass man ja mit den Kindern und Jugendlichen dort auch arbeiten könnte. Zunächst fand ich den Aspekt einem Menschen, dessen Sehkraft schwer beeinträchtigt ist, eine Kamera zu geben für einen kurzen Moment absurd. Wie sollte das denn funktioneren? Doch schon ein paar Sekunden später begann es im Hirnstüberl wieder zu rattern und die kurzen Anfangszweifel waren im Nu verflogen. 

Oft merken wir gar nicht wie eingeschränkt unser Sichtfeld und so auch die Wahrnehmung der Welt ist. Jeder Mensch hat seine eigene Wahrnehmung. Mit all seinen Sinnen nimmt er seine Umwelt war. Wir können uns vielleicht ausmalen oder versuchen zu erahnen wie es ist, sie ohne einen dieser Sinne wahrzunehmen oder stellen uns auch oft vor wie die Welt durch die Augen eines anderen Menschen aussieht. Wirklich erfahren können wir sie aber nicht. Deswegen ist es umso schöner, wenn uns jemand einen Einblick in seine Welt gewährt. 
Als nächste Schritte werden wir versuchen mit dem Institut Kontakt aufzunehmen und hoffen natürlich, dass die Leitung dort von unserem Projekt angetan sein wird.