Donnerstag, 30. Januar 2014

Projektidee


Ich wollte schon lange ein Projekt machen bei dem ich nicht nur Menschen portraitiere, sondern diese aktiv an dem Prozess teilnehmen. Ich mag kein simples Abbild erstellen, sondern den Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst und ihre Welt und wie sie diese wahrnehmen zu zeigen. 
Dies sollte durch Einwegkameras möglich gemacht werden, die den Menschen zur Verfügung gestellt werden und die sie nachdem der Film voll ist einfach wieder retour geben. Durch das Seminar "Medien und Interkulturalität" bin ich wieder auf diese Idee gestoßen und wollte diese nun auch endlich umsetzen vorallem weil ich den Aspekt der Interkulturalität hier auch besonders schön herausgearbeitet werden kann. Das Thema ist natürlich unendlich weit und so hab ich versucht es einzugrenzen. Zunächst war da der Gedanke, das Ganze auf den Aspekt des "Multicultural Dining" zu fokussieren, da Essen so ein schönes verbindendes Element mit sehr positivem Charakter ist. 
Die Frage, die mich nachdem ich das Feld weiter eingegrenzt hatte, wie ich die TeilnehmerInnen dafür auswählen würde. Wo am besten suchen? Wen fragen? Durch diese Selektion nicht vielleicht schon im Vorhinein das Ergebnis beeinflussen? Fragen über Fragen, die nicht weniger werden, wenn man sie für sich behält und so muss bei meinem Kopfchaos mein Mann immer als Reinigungs- und Ordnungskraft herhalten. Dabei ist er hochprofessionell und schubst nicht nur meine Gedanken in die richtigen Schubladen, sondern macht auch neue Denkregale auf, die man bisher in der Ecke verstauben ließ. 
So ist die konkrete Projektidee in Zusammenarbeit mit ihm entstanden. Er hat eine zeitlang in einem Blindeninstitut in Wien gearbeitet und während eines der vielen Telefonate, brachte er die Idee ein, dass man ja mit den Kindern und Jugendlichen dort auch arbeiten könnte. Zunächst fand ich den Aspekt einem Menschen, dessen Sehkraft schwer beeinträchtigt ist, eine Kamera zu geben für einen kurzen Moment absurd. Wie sollte das denn funktioneren? Doch schon ein paar Sekunden später begann es im Hirnstüberl wieder zu rattern und die kurzen Anfangszweifel waren im Nu verflogen. 

Oft merken wir gar nicht wie eingeschränkt unser Sichtfeld und so auch die Wahrnehmung der Welt ist. Jeder Mensch hat seine eigene Wahrnehmung. Mit all seinen Sinnen nimmt er seine Umwelt war. Wir können uns vielleicht ausmalen oder versuchen zu erahnen wie es ist, sie ohne einen dieser Sinne wahrzunehmen oder stellen uns auch oft vor wie die Welt durch die Augen eines anderen Menschen aussieht. Wirklich erfahren können wir sie aber nicht. Deswegen ist es umso schöner, wenn uns jemand einen Einblick in seine Welt gewährt. 
Als nächste Schritte werden wir versuchen mit dem Institut Kontakt aufzunehmen und hoffen natürlich, dass die Leitung dort von unserem Projekt angetan sein wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen